Blog #001

Nimm Dir „Zeit für die Birne“

15.02.2021 – Kick-Off

In vielen Unternehmen ist es weitaus besser für die Karriere, Beschäftigung zu simulieren als zehn Minuten aus dem Fenster in die Wolken zu schauen und nachzudenken. Meetings, Zoom-Sessions, Jour Fixes, Präsentationen im Dauertakt, begleitet vom ständigen Zwitschern, Bimmeln, Vibrieren und Blinken des Smartphones. Einfach mal eine kurze Auszeit nehmen und nachdenken, gilt als abweichendes Verhalten.

Aktionismus ersetzt überlegtes Handeln.

Überlegtes Handeln findet in ruhigen Momenten statt, wenn du deine Aufmerksamkeit auf dich selbst richtest und dich hinterfragst. Mit anderen Worten: Wenn du keine Zeit hast, musst du dir Zeit nehmen! ZFDB in den Kalender eintragen: Zeit für die Birne!

Das ist ein wesentlicher Kern der Kunst der Selbstführung: Wenn es lärmt, stellt den Lärm ab und frag dich in einer Blase der Ruhe zum Beispiel: 

Was sind meine Ziele? Was sind meine Werte? Was leitet mich? Was ist wichtig? Was ist dringend? Was kommt zuerst? Wie erreiche ich meine Ziele und was werde ich dafür tun?

Wenn beispielsweise eines deiner Ziele lautet: Ich will eine gute Führungskraft sein – dann solltest du anhand klarer Kriterien priorisieren, was getan werden muss. Dann solltest du klug delegieren und natürlich die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellen, damit die Dinge effizient erledigt werden können.

Bei mir selbst habe ich festgestellt: Wenn ich mir keine Zeit für die Birne in den Kalender eintrage, findet sie nicht statt. Eine der ersten Aufgaben an jedem Tag könnte darum sinnvollerweise sein, dass du dir ein Zeitfenster von 15 Minuten suchst und dort ZFDB in den Kalender einträgst.

Wer möchte, trinkt dabei eine Tasse Kaffee oder Tee – schaltet den Kopf an und alle anderen Ablenkungen aus: Handy weglegen, Mail-Programm und Slack schließen, ruhiger Raum oder kurzer Spaziergang vor dem Gebäude. Mindestens einmal pro Woche, am besten sogar täglich.

Welche Fragen das sind, die du dir selber stellst und beantwortest, dafür gibt es kein allgemeines Raster, keine Blaupause, keine Universallösung – es hängt davon ab, welchen Schwerpunkt du bei dir legen willst: Geht es mehr ums Private? Ums Berufliche? Um eine Mischung von beidem? Wenn der Fokus auf dem Beruflichen liegt: Was genau steht im Vordergrund? Mitarbeiterführung? Selbstorganisation? Prioritäten? Ziele? Strategien?

Fokussiertes, diszipliniertes Nachdenken darf nicht die Ausnahme sein, sondern muss fester Bestandteil des Alltags werden. Routinen können sehr leicht automatisiert werden. Was übrig bleibt, ist die tiefe Denkarbeit. Dafür müssen wir Zeit reservieren – und zwar regelmäßig.

Nimm dir Zeit für die Birne und denk mal drüber nach!


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