Blog #007 – Fortsetzung


1. Auf die innere Stimme hören

Unzählige Stimmen prasseln regelmäßig auf uns ein: die unserer Eltern, Freunde und Partner, die bestimmte Vorstellungen davon haben, was das Richtige für uns ist, ebenso wie fremde Stimmen aus Gesellschaft und Social Media, die vorgeben, wie wir heute zu leben und uns zu präsentieren haben. In diesem Wirrwarr aus Erwartungen, Forderungen und gutgemeinten Ratschlägen fällt es uns manchmal schwer, überhaupt noch zu erkennen, was wir eigentlich selbst wollen. Da wir aber nur glücklich sein können, wenn wir ein authentisches Lebens im Einklang mit unserem wahren Wesenskern führen, müssen wir die Fremdbestimmung hinter uns lassen und uns wieder daran orientieren, was unser Innerstes uns vorgibt.

Doch wie bekommen Sie das hin? Ganz einfach: durch regelmäßige Selbstreflektion. Gewöhnen Sie sich an, mindestens einmal täglich bewusst nach innen zu blicken und sich zu fragen, wie Sie zu bestimmten Gegebenheiten stehen und was Sie eigentlich wollen und brauchen. Ihre Freundin ändert kurzerhand Ihre gemeinsamen Abendpläne? Hören Sie in sich hinein, ob das wirklich okay für Sie ist. Ihr Partner findet, Ihr aktueller Job passt nicht zu Ihnen und Sie sollten sich lieber auf eine neue Stelle bewerben? Reflektieren Sie, ob Sie das selbst nicht vielleicht anders sehen. Gefühlt alle folgen einem neuen Fitnesstrend, der Sie beim bloßen Gedanken daran bereits innerlich die Flucht ergreifen lässt? Ignorieren Sie nicht Ihre Vorbehalte, nur um „dazuzugehören“.

Gerade harmonieliebenden Menschen, die sich gewohnheitsmäßig viel nach den Wünschen anderer richten, fällt es zu Beginn vielleicht schwer, die Aufmerksamkeit mehr auf eigene Bedürfnisse zu lenken. Es lohnt sich aber allemal, da Sie sich nur auf diese Weise selbst treu bleiben und das bekommen, was Sie wirklich wollen. Auch Ihr Umfeld wird langfristig zufriedener damit sein, wenn es Ihnen gut geht und Sie ehrlich sagen, was Sie meinen, als wenn Sie ihm zuliebe Ihre innere Stimme zum Verstummen bringen.

2. Sich ein Ziel setzen – aber richtig!

Das Problem dabei, sich zig verschiedene gute Vorsätze aufzuhalsen: Sie zerstreuen Ihre Energie auf zu viele Ziele, müssen Ihren Fokus ständig wechseln und erreichen bei jedem einzelnen Projekt oft nur wenig bis nichts. Ja, viele von uns neigen dazu, ganz nach dem Motto „Mehr ist besser!“ zu viel auf einmal umsetzen zu wollen, weil sie glauben, alles sei von gleicher Wichtigkeit. Wenn wir so denken, wird jedoch nichts wirklich wichtig: Alles wird zur Prio A, wodurch uns die Entscheidung, in was wir Energie fließen lassen möchten, deutlich erschwert wird.

Probieren Sie dieses Jahr doch einmal etwas Neues: Formulieren Sie genau ein übergeordnetes Ziel bzw. Thema, mit dem Sie sich in diesem Jahr befassen möchten. So bündeln Sie all Ihre Kraft und Bemühungen für eine Sache, die Ihnen am meisten am Herzen liegt – und steigern so Ihre Erfolgsaussichten. Wichtig dabei ist auch, wie Sie Ihr Ziel formulieren. Vage Absichten wie „öfter laufen gehen“ sind nicht nur sehr unkonkret und somit nicht messbar, sondern gleichzeitig auch nicht motivierend. Sagen Sie sich lieber: „Ich möchte in diesem Jahr drei Mal jede Woche laufen gehen, und zwar an folgenden Wochentagen morgens vor der Arbeit …“ Fügen Sie jetzt noch eine motivierende Intention hinzu, werden Sie noch mehr angespornt: „… weil ich beim Laufen abschalten kann, es mir körperlich und seelisch guttut und es mir danach immer besser geht.“

Achten Sie auch darauf, ungesunden Perfektionismus abzulegen: Warten Sie nicht auf die vermeintlich „perfekten“ Umstände, bis Sie mit Ihrem Vorhaben beginnen, sondern fangen Sie sofort an! Sonst bremsen Sie sich nur selbst aus. Lieber unter suboptimalen Bedingungen starten, als überhaupt nicht zu beginnen. Das Gleiche gilt fürs Dranbleiben: Sie haben einmal einen Tag oder eine Einheit Ihres Vorhabens ausgelassen, deshalb ist es jetzt „sowieso zu spät“? Das stimmt nicht! Ausnahmen kann es immer einmal geben, das ist nur menschlich. Wichtig ist, wie Sie mit Ihnen umgehen. Überdramatisieren Sie es nicht, wenn Sie einmal „versagen“, und knüpfen Sie danach einfach an der Realisierung Ihres Vorhabens an.

3. Aus der Vergangenheit lernen

Ein optimistisch auf die Zukunft gerichteter Blick ist gut. Noch besser ist es allerdings, auch mal die Vergangenheit in Augenschein zu nehmen und aus ihr Bilanz zu ziehen. Ich empfehle Ihnen, eine regelmäßige Retrospektive in Ihrem Leben zu etablieren, bei der Sie mit gezielten Fragen die letzte Zeit auswerten und daraus ggf. Anpassungen Ihres weiteren Kurses vornehmen. Wie oft ein solcher Rückblick stattfinden soll, ist Geschmackssache. Von mindestens einmal im Jahr zum Jahresende über jedes Quartal bis hin zu monatlich, wöchentlich oder täglich – finden Sie durch Ausprobieren die Frequenz, die Ihnen am meisten zusagt und die Sie vor allem auch konsequent einhalten können und wollen.

Nehmen Sie sich dann ein bis zwei Stunden Zeit für sich, schnappen Sie sich ein Notizbuch und halten Sie schriftlich Ihre Antworten auf die folgenden Fragen fest:

  • Was lief in meinem Leben bzw. Job besonders gut im letzten Monat / Quartal / Jahr?
  • Was lief nicht so gut?
  • Was hätte ich besser machen können bzw. was will ich in Zukunft anders machen?
  • Was will ich unbedingt beibehalten?
  • Womit möchte ich künftig aufhören?
  • Wofür bin ich dankbar?

Natürlich können Sie die Fragen individuell nach Ihren Vorlieben anpassen oder ergänzen. Hauptsache, Sie profitieren von diesem Tool, um immer wieder aus der Vergangenheit hilfreiche Impulse für Gegenwart und Zukunft zu extrahieren. So fällt Ihnen nicht nur schneller auf, wenn Sie bei einem Projekt auf dem Holzweg sind. Das Revuepassierenlassen Ihrer Erfolge stärkt außerdem Ihr Selbstbewusstsein, während das Sichvergegenwärtigen der Dinge, für die Sie dankbar sind, Ihnen eine gelassene Zufriedenheit schenken kann. Probieren Sie es einmal aus!

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