Blog #014 – Fortsetzung


Denen, die im Home-Office sind, fehlt die Gelegenheit, zuhause über die Arbeit und bei der Arbeit über Zuhause zu sprechen, Dinge zu reflektieren, neue Perspektiven einzuholen. Ist man noch in der Firma und sind Teile der Belegschaft im Homeoffice, ist es ähnlich „einsam“. 

Uns fehlt der Fokus, der Rückzugsraum, uns fehlt Austausch, Dialog über all die Kleinigkeiten. Uns fehlt die Distanz zwischen Home und Office und wir haben zugleich zu viel Distanz zu den Kollegen, Chefs und Mitarbeitern.

Führung AUF Distanz ist nicht gleich Führung MIT Distanz

Die Art und Basis von Führung und Zusammenarbeit hat sich in kürzester Zeit signifikant verändert. Das Virus hat uns vor eine Herausforderung gestellt, deren ersten Teil wir oft bereits gemeistert haben. Die „CoWork-20-Challenge“ ist damit weder wirklich „accepted“, noch „accomplished“. Je länger die Krise anhält, desto wichtiger wird es, aus ihr heraus die Grundlage für die Zukunft zu gestalten. Es wird noch Monate dauern, bis wieder Normalität ins Arbeitsleben gelangt.

Wir müssen heute schon beginnen Szenarien zu entwickeln, um mit der verbleibenden Dauerbedrohung und -belastung durch das Virus umzugehen und Wege finden sie einzugrenzen oder mit ihnen zu leben. Um uns darauf vorzubereiten, können wir mit einer einfachen Frage starten: Was hat in der Krise schlechter oder besser funktioniert als zuvor? Welche Arbeits-, Führungs- und Verhaltensweisen sollten wir beibehalten und welche nicht?

Zwangslage oder Chance?

Unvorhergesehene und dynamische Veränderungen wie wir sie aktuell erleben fordern einige Fähigkeiten und Kompetenzen ganz besonders. Plötzlich ist das Maß an gegenseitigem Vertrauen, Flexibilität sowie Klarheit, Offenheit und Transparenz in der Kommunikation besonders stark gestiegen. Wir müssen auf dem schmalen Grat zwischen Sicherheit, Stabilität und Gewohnheit auf der einen Seite und der Bereitschaft ungewohntes und unbequemes, gemeinsam auszuprobieren auf der anderen Seite, balancieren. Das Verlassen der Komfortzone ist nicht mehr Option, sondern Notwendigkeit. Das Verlassen der Komfortzone ist nicht mehr Option, sondern Notwendigkeit.

(Gute) Führung ist jetzt anders

In der Krise werden Aufgaben und Entscheidungen leichter, schneller und konsequenter delegiert. Bürokratische Prozesse werden vereinfacht, Vertrauen ersetzt (vorerst) die Kontrolle, Homeoffice die Präsenzpflicht, crossfunktionale Interaktion bricht die Silos auf. Selbstorganisation kompensiert den fehlenden Einfluss der Hierarchie, Selbstverantwortung und breiter gefasste Kommunikation muss die kaum mögliche enge Führung ausgleichen. Aktive Beteiligung und das Einbringen konstruktiver Ideen wird als zielführender erkannt, als das Abarbeiten von Vorgaben.

Kurz: Autonomie ersetzt Abhängigkeiten und Flexibilität. Agilität und Anpassungsfähigkeit, zählen mehr als der beste Plan. Die Aufgabe wird sein, davon möglichst viel in die Zeit nach der Krise herüberzuretten, statt alles unreflektiert auf den Zustand vor der Krise zurückzudrehen.

Fazit: Kontinuität statt Krise

Die aktuelle Situation hat alle Unternehmen Hals über Kopf in einen ungeplanten Entwicklungsprozess gestürzt, der seine Zeit braucht. Aber gerade mit Blick auf die Krise ist jeder Tag des Abwartens ein Tag, an dem ihr später am (Neu-)Start steht. Es lohnt sich daher jetzt den Kopf nicht hängen zu lassen, einen Schritt zurückzutreten und über dem aktuellen Bild die Perspektive zu erkennen. Denn genauso lohnt es sich zu bedenken, dass in jeder Krise immer auch ein Neubeginn steckt.

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