Blog #020 – Fortsetzung


Alles erreicht und doch unzufrieden?

So ging es auch mir vor einiger Zeit. Ich kenne das Gefühl und die Situation gut, in der du dich befindest. Gehen wir ein paar Jahre zurück: Ich war Bereichsleiter eines mittelständischen Chemieunternehmens in Ostwestfalen. Das war immer mein Ziel, dafür habe ich zuvor schließlich über 15 Jahre wirklich hart gearbeitet. Ich habe sicherlich keine Extrastunde oder -meile ausgelassen, um die Karriereleiter Stufe für Stufe nach oben zu klettern. Es fiel mir mal mehr, mal weniger leicht. Allerdings hatte ich mein Ziel klar vor Augen – ich wollte an die Spitze eines Unternehmens. Oft dachte ich, wenn ich Entscheidungen von Vorgesetzen wenig zustimmen konnte, das kann ich doch besser und möchte es auch jedem zeigen. Gesagt, getan. Da hatte ich 2018 die Chance bekommen und natürlich zugegriffen. Jawoll, Bereichsleitung und „Mitglied der Geschäftsleitung“ – Ziel erreicht.

Doch irgendetwas stimmt hier nicht. Ich wollte unbedingt an diese Position kommen, aber zufrieden oder geschweige denn glücklich bin ich nicht. Was ist da los?

Heute kann ich diese Frage klar beantworten. In der Außensicht hatte ich viel erreicht: toller Job, super Gehalt, Verantwortung, usw. Meine Karriereziele in der „äußeren Karriere“ habe ich mit 48 Jahren zum großen Teil erfüllt. Jedoch hatte ich keine Ahnung, dass es auch eine „innere Karriere“ gibt!

Die „innere Karriere“ verschafft dir Zufriedenheit und Erfüllung, wie ich heute weiß. Sagt dir dieser Begriff etwas?

Warum die „innere Karriere“ so wichtig ist

Ja, du hast richtig gelesen – deine „innere Karriere“ verschafft dir Zufriedenheit und Erfüllung – und nicht die äußere. Aus diesem Grund sind auch so viele erfolgreiche Menschen letztlich nicht zufrieden. Es fehlt der Sinn in deiner Tätigkeit. Ich bin mir sicher, dass es vielen Menschen ähnlich geht – oder nicht? Ich war auf jeden Fall ehrlicherweise nicht glücklich und mir war klar, das kann so nicht weiter gehen.

Wie es jedoch immer ist: das Wissen allein über dein persönliches Warum bringt dir herzlich wenig, wenn du dieses nicht auch aktiv freilegst. Ich habe in den letzten Monaten mein „Warum“ freigelegt. Inzwischen kann ich klar formulieren „Warum ich das mache, was ich mache“ bzw. was mich jeden Tag motiviert, hart dafür zu arbeiten. Das war ganz klar ein Wendepunkt für mich. Ich bin sehr dankbar, diesen Weg vor ein paar Monaten gegangen zu sein. Sobald du auch dein persönliches Warum klar in einem Satz formulieren kannst, ändert sich einiges in deinem Leben.

Du arbeitest dann an deiner „inneren Karriere“ und dir wird klar, was dich wirklich zufrieden macht und was nicht. Du verfügst über einen Kompass für deine innere Erfüllung, der dich leitet bzw. an dem du dich orientieren kannst, sobald du Entscheidungen triffst.

Du gleichst anfangs mit Übung, mit der Zeit automatisch persönlich deine „innere Karriere“ mit deiner „äußeren Karriere“ ab. Dein Geschenk: du wirst immer mehr innere Ruhe, Balance und Zufriedenheit in dir finden – du erkennst den Sinn in deiner Arbeit. Und nein, du musst dann nicht sofort den Job kündigen, wenn dir klar wird, dass er dich nicht mehr erfüllt. Aber deine eigentlichen Motive werden dir bewusst und aus dieser Haltung heraus wirst du neue Schritte initiieren können, wenn du es möchtest.

What next?

Wenn ich das kann, kannst du das natürlich auch! Es geht um Klarheit und es ist so wichtig zu verstehen, weshalb dich dein ganzer Erfolg nicht glücklich und zufrieden macht. Da hilft auch kein Job- oder Partnerwechsel und wenn doch, vermutlich nur kurzfristig. Das gleiche gilt für die Erreichung einer neuen Stufe auf der Karriereleiter, Sabbaticals oder andere Maßnahmen – sorry, nein. Ebenso die nächste Gehaltserhöhung oder der neue Firmenwagen werden deine Fragen letztlich nicht beantworten. Was du brauchst sind nachhaltige Antworten auf die Frage nach deinem persönlichen, sinnhaften Warum und deiner „inneren Karriere“.

Zumindest mein Weg hat mich zu dieser Frage geführt, zur Wurzel – ich wollte das für mich wissen. Und wenn es dir auch so geht, lass dir sagen: Du bist mit diesen Fragen nicht allein.

Trau dich.

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