Blog #029 – Fortsetzung


Pep Guardiola, Ex-Trainer beim 1. FC Bayern München und einer der besten Fußballtrainer der Welt, sagt zum entscheidenden Wir-Gefühl im Team: „Das Gefühl, erwünscht zu sein und gebraucht zu werden, ist das Wichtigste in unserem Leben. Das gilt für die Menschen um uns herum ebenso wie für einen Club. Sie sollen dir zeigen, dass sie dich wollen, und du brauchst die Vorstellung, dass du dort Spaß haben wirst“ (Guardiola, 2013). Guardiola beschreibt hier treffend eines der menschlichen Grundbedürfnisse, das für die Motivation – sowohl des Einzelnen auch des ganzen Teams – eine entscheidende Rolle spielt.

Motivation ist die Triebfeder des Erfolgs

Was sein „Feuer“ während seiner Karriere am Brennen hielt, verrät der ehemalige Skispringer Sven Hannawald: „Mein Ziel war nicht Weltmeister oder Olympiasieger, sondern mein Ziel war immer der perfekte Sprung – das hat mich länger motiviert“ (Tigers Career Day, Uni Tübingen, Juli 2014).

Interessieren Sie sich für das, was Sie gerade tun? Haben Sie einen Nutzen davon? Was motiviert Sie wirklich? Was entfacht in Ihnen das Feuer, das Sie Anstrengungen, Herausforderungen und Hürden meistern lässt, wieder und wieder?

Was passiert, wenn Führungskräfte Ihre Motivation nicht finden oder nicht lange genug motiviert dran bleiben können, um ein Projekt abzuschließen oder mit den täglichen Aufgaben Schritt zu halten? Wer motiviert eine Führungskraft? Was hält Führungskräfte bei Laune? Führungskräfte müssen Ihre Motivation (wieder-)finden – aber wie?

Motivation bedeutet nicht, „ich muss etwas tun“, sondern „ich will etwas tun“. Wo uns die Motivation zur Arbeit fehlt, da ist Selbstmotivation erforderlich.

Was uns antreibt, motiviert zu bleiben, ist so individuell und einzigartig wie Menschen einzigartig sind.

Im Folgenden sind 21 einfache Selbstmotivations-Strategien – Motivationstipps, die Sie ausprobieren können:

Motivationstipp 1:  Finden Sie und verstehen Sie Ihr Warum – Finden Sie Ihre Motivation

Manchmal ist es nicht so sehr das Was oder Wie, sondern das Warum – der Zweck hinter dem, was Sie tun. Warum tun Sie, was Sie tun? Wenn Sie sich darüber im Klaren sind, wofür Sie arbeiten, können Sie die Motivation aufrechterhalten, auf Kurs zu bleiben.

Es gibt ein Buch mit dem Titel: „Frag immer erst Warum.“ Der Autor, Simon Sinek, hat herausgefunden, dass der Grund, warum wir etwas tun oder wollen, der entscheidende Faktor ist, um uns mit Herzblut in Bewegung zu setzen (vgl. Sinek 2014). Erst dann sind wir wirklich inspiriert und halten auch durch. Sammeln Sie deshalb die Gründe, warum Ihr Ziel für Sie bedeutend ist. Achten Sie dabei vor allem auf Ihre Gefühle. Ohne Gefühl sind es meist Vernunftsgründe und die halten nicht lange.

„Menschen wie Martin Luther King Jr., Steve Jobs und die Gebrüder Wright mögen wenig gemeinsam haben, aber sie haben alle mit dem Warum angefangen. Es war ihre natürliche Fähigkeit, damit zu beginnen, die es ihnen ermöglichte, die Menschen um sie herum zu inspirieren und bemerkenswerte Dinge zu erreichen.“ (unternehmerkanal.de)

Motivationstipp 2: Definieren Sie Ihre Ziele.

„Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch geschwinder, als der, der ohne Ziel umherirrt.“ Gotthold Ephraim Lessing

Kennen Sie Ihre Ziele? Nicht nur Ihr Urlaubsziel oder wirtschaftliche Ziele, sondern auch Ziele im Beruf, für Ihre Gesundheit?

Wer keine Ziele hat, kann nirgendwo ankommen, kann keine konkreten Pläne verfolgen und seltener Erfolge verbuchen, was sich wiederum auf das Selbstvertrauen und den eigenen Energiehaushalt auswirkt. Ohne Ziele generieren wir kein Wachstum, sprich keine Weiterentwicklung.

Wenn wir in ein Taxi steigen, sagen wir dem Taxifahrer auch nicht, wo wir nicht hin wollen, sondern wo genau er uns hinfahren möchte. Wenn wir im Restaurant bestellen, sagen wir dem Ober auch nicht, was wir nicht essen und trinken wollen, sondern was er uns konkret von der Speisekarte bringen soll.

Motivationstipp 3: Erstellen Sie eine klare Vision.

Wenn Sie erfolgreich sein wollen, müssen Sie eine klare, überzeugende Vision schaffen, mit der Sie sich identifizieren.

Eine Vision ist manchmal wie ein Traum, der Zugkraft entfalten kann, eine Art Über-Ziel. Visionen sind kraftvolle Bilder, für die es lohnt aufzustehen und arbeiten zu gehen. Eine Vision ist die klare Vorstellung, ein Bild von der Zukunft, mit einem großen, kühnen, lebendigen und anspruchsvollen Ziel. Aus Visionen können Ziele werden, eine Vision kann mehrere Ziele in sich vereinen.

Eine Vision gibt die Richtung der Entwicklung vor, wertorientiert, mitreißend, verpflichtend nach innen und nach außen, meist nicht völlig klar, eher verschwommen.

Um eine Vision zu entwickeln, helfen uns Fragen wie: Wo will ich hin? Wo geht es hin? Wie sehe ich mich in der Zukunft? Was will ich erreichen? Warum tue ich das? Wofür tue ich das? Wofür steht meine berufliche Tätigkeit? Was würde mich glücklich machen? Wie soll sich das anfühlen? Welches sind meine größten Momente von Glück und Erfüllung? Wozu stehe ich auf? Wozu arbeite ich? Wozu verdiene ich Geld? Welche Werte verkörpere ich? Wie sieht meine „Mission“ aus?

Motivationstipp 4: Erstellen Sie einen Plan.

Ein Ziel ohne Plan ist bekanntlich nur ein Traum.

Fragen Sie sich jeden Tag: Bringt mich das, was ich jetzt gerade tue, meinem Ziel näher? Wie viel Prozent meiner Energie verwende ich zur Erreichung meiner Ziele? Und hinterfragen Sie kritisch: Wofür vergeude ich Zeit oder wofür vergeuden wir im Team Zeit? Gerade bei der Beantwortung dieser Frage gilt es, radikal zu sein – sowohl sich selbst als auch Mitarbeitern gegenüber. Jegliches Tun und Handeln sollte aufs Ziel ausgerichtet sein. Der Fokus zählt.

Motivationstipp 5: Suchen Sie nach dem größeren Bild.

In welcher Beziehung steht dies nicht nur zu Ihnen selbst, sondern auch zu anderen? Wie wird es zu etwas Wichtigem beitragen? Wo wird das einen Unterschied machen?

Think big! Um mehr zu erreichen, denken Sie größer.

Motivationstipp 6: Mindset – Be Open-Minded

Positive Gedanken führen zu positiven Gefühlen, du diese erweitern Ihren Handlungsspielraum. Positive Selbstgespräche (Affirmationen) helfen Ihnen, Ihr Bestes zu geben. Übernehmen Sie die Kontrolle darüber, wie und was Sie denken, wie Sie sich fühlen, wie Sie handeln. Positivität und Optimismus helfen Ihnen, die Entscheidungen zu treffen, die zum Erfolg führen.

Motivationstipp 7: Gehen Sie Aufgaben auf neue Weise an.

Ein anderer Ansatz könnte Ihnen eine neue Perspektive und mehr Energie geben.

Motivationstipp 8: Teilen Sie Ziele in überschaubare Aufgaben bzw. Etappenziele auf.

Ein wichtiger Schlüssel für Ihren Erfolg wird Ihre Fähigkeit sein, Ihre Ziele in kurzfristige und kleinere Einzelaufgaben bzw. Etappenziele zu unterteilen. Halten Sie den Prozess überschaubar.

Motivationstipp 9: Organisieren Sie sich.

Stellen Sie sicher, dass Ihr Arbeitsplatz sauber, aufgeräumt und übersichtlich ist. So steigern Sie Ihre Produktivität.

In einer ruhigen Umgebung haben Sie eine bessere Chance, effizienter und produktiver zu sein.

Motivationstipp 10: Verzichten Sie auf Ausreden

… und verschwenden Sie keine Zeit damit, zu erklären, warum Sie noch nicht begonnen haben. Finden Sie stattdessen den wahren Grund für die Verzögerung und beginnen Sie jetzt mit der Arbeit. Der beste Weg, etwas zu beginnen, ist einfach zu beginnen.

Motivationstipp 11: Vermeiden Sie Multitasking. Konzentrieren Sie sich auf eine Sache.

Teilen Sie Ihre Aufmerksamkeit nicht auf, sondern schenken Sie Ihre volle und ungeteilte Aufmerksamkeit für die anstehende Aufgabe. Wenn Sie dies tun, steigen Ihre Erfolgschancen erheblich.

Motivationstipp 12: Reduzieren Sie Ihre Ablenkungen. Gehen Sie Ablenkungen aus dem Weg.

Sorgen Sie dafür, dass Sie nicht von Personen, Aufgaben, die Sie delegieren können, WhatsApp oder Elektronik abgelenkt werden. Entwickeln Sie Strategien, mit denen Sie Ihre Aufgaben ohne Ablenkungen oder Unterbrechungen ausführen können.

Motivationstipp 13: Bleiben Sie in der Zone (Idealer Leistungszustand, Flow).

Ihre beste und produktivste Arbeit wird normalerweise erledigt, wenn Sie sich im Flow befinden.

Motivationstipp 14: Verzichten Sie auf ständige Erreichbarkeit

Schalten Sie Benachrichtigungen und Push-Meldungen ab.

Wenn Ihnen der Verzicht auf ständige Erreichbarkeit schwer fällt, schalten Sie Ihr Smartphone in den Flugmodus oder Sie legen es an einen Ort, wo es Ihnen Mühe macht, es wieder hervorzuholen.

Motivationstipp 15: Entscheiden und erlauben Sie sich Erfolg.

Entscheiden Sie sich, erfolgreich zu sein. Ergänzen Sie den Satz „Ich bin es wert, erfolgreich zu sein, weil …“.

Indem Sie sich ein inneres Bild (Kopfkino) davon machen, wie Sie ein Projekt, Aufgabe oder Auftrag erfolgreich abschließen, können Sie Ihre Erfolgschancen deutlich erhöhen.

Motivationstipp 16: Spaß bei der Arbeit ist einer wichtigsten Motivationsfaktoren.

Wichtiger als „gutes Geld verdienen“. Wenn Sie ernsthaft motiviert bleiben möchten, finden Sie einen Weg, dass Ihr Beruf Ihnen Spaß macht.

Motivationstipp 17: Nutzen Sie die Kraft des Optimismus.

Der Glaube, dass Sie etwas erreichen können, ist entscheidend für Ihre Fähigkeit, es zu tun. Optimismus ist die Grundlage des Fortschritts.

Motivationstipp 18: Belohnen Sie sich

für erreichte Ziele und abgeschlossene Projekte.

Motivationstipp 19: Wer lobt Sie? Loben Sie sich selbst.

Wer sich selbst lobt, weckt ungeahntes Potential in sich. Sagen Sie sich selbst, wie gut Sie gewisse Dinge gehandhabt haben, wie erfolgreich Sie sind, mit dem, was Sie tun. Schauen Sie mit Stolz auf bereits Erreichtes. Führen Sie mindestens einmal die Woche ein Erfolgstagebuch, -journal.

Angenehmer Nebeneffekt: Wer sich selbst lobt, ist unabhängiger vom Lob und der Anerkennung anderer.

Motivationstipp 20: Erfolgsvisualisierung

Visualisierung ist eine sehr effektive Mentaltechnik, mit Hilfe derer Sie sich konzentrieren können, motiviert bleiben und Ihre Ziele erreichen können. Indem Sie sich ein Bild davon machen, wie Sie ein Projekt, Verhandlung, größere Aufgabenstellung erfolgreich abschließen, können Sie Ihre Erfolgschancen deutlich erhöhen

Motivationstipp 21: Wer kann Sie bei Ihrem Vorhaben unterstützen? Wer wäre ein wertvoller Weggefährte?

Prüfen Sie, welche Unterstützer, Förderer, Mentor, Vorbild, inneren und äußeren Ressourcen, Fähigkeiten, Wissen oder Informationen Sie dafür benötigen.

Wer kann Ihnen helfen, sie unterstützen, Ihre Ziele zu erreichen? Wer wird sie unterstützen, kontrollieren und „Strafen“ verhängen, wenn Sie Dinge schleifen lassen? Wer wird mit Ihnen Ihre erreichten Ziele feiern? Wer ist für Sie da, der Sie auch mal auffängt?

Welches Vorbild könnte sie anspornen? Wer könnte Ihr Mentor oder Wegbegleiter sein, der Sie regelmäßig an Ihr Ziel erinnert und mit dem Sie einen Zielvertrag schließen könnten?

Quick Tip:

Machen Sie sich eine Liste von möglichen Weggefährten und bitten Sie diese, Sie auf dem Weg zu Ihrem Ziel aktiv zu unterstützen und zu begleiten.

Fazit

Denken Sie daran, Motivation beginnt im Kopf. Aktivieren Sie Ihre innere Motivation.

Literatur

Sinek, S. (2014). Frag immer erst: warum: Wie Top-Firmen und Führungskräfte zum Erfolg inspirieren. München: Redline Verlag.

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