Blog #083 – Fortsetzung


Antrieb und Zuversicht

Auch wenn Enttäuschungen zum Alltag einer Führungskraft gehören, gilt es trotzdem niemals den  Antrieb und die Zuversicht zu verlieren. Im Alltag bedeutet das für dich, dass du auch bei aussichtslosen Anliegen am Ball bleibst und nicht von vornherein Ideen und Wünsche deiner Mitarbeiter/innen abschreibst. Gehst du halbherzig mit den Anliegen deines Teams um, werden sie das irgendwann auch so mit deinen Arbeitsaufträgen machen. Die Vorbildfunktion lässt grüßen.

Professionell enttäuschen

Wenn du dein Team schon hin und wieder enttäuschen musst, mach es wenigstens professionell. Dazu gehören folgende Punkte:

Klarheit in der Kommunikation

Niemand überbringt gerne schlechte Neuigikeiten. Früher wurden die Boten eines negativen Ereignisses sogar bestraft oder getötet. Wahrscheinlich kommt daher auch der natürliche Reflex, dass Führungskräfte mit enttäuschenden Neuigkeiten: gerne warten, sie beschönigen oder ganz fix abladen und danach verschwinden. Alle drei Punkte sind klare No gos. Besser ist es, wenn du unverzüglich, persönlich, mit Klarheit und Struktur in die Kommunikation gehst. Dabei sind dem Team zwei Aspekte besonders wichtig:

1. Wie ist es zu der Entscheidung gekommen?

2. Was bedeutet diese Entscheidung für uns? Mit welchen Auswirkungen müssen wir rechnen?

Wenn deine Kommunikation gegenüber dem Team (oder generell) holprig verläuft und zu Missverständnissen führt, empfehle ich dir, möglichst schnell an dieser Schwachstelle zu arbeiten. Selbst deine besten Absichten können zu Chaos im Team führen, wenn deine Worte schlichtweg falsch verstanden werden. Dazu gehören beispielsweise auch ganz gebräuchliche Formulierungen, die aber knallharte no-go´s sein können. Verbessern kannst du deine Kommunikation ganz einfach und sogar nebenbei.

Transparente Entscheidungswege

Mitarbeiter/innen wollen wissen, wie im Unternehmen Entscheidungen getroffen werden. Wenn du als Führungskraft in diesem Punkt bereits vor anstehenden Entscheidungen Klarheit schaffst und dein Team über den Entscheidungsprozess informierst, vermeidest du später Fragen und Frust.

Das Team einbinden

Hast du dein Team in Entscheidungen mit eingebunden, ist die Chance größer, dass sie mit der Enttäuschung besser umgehen können. Andernfalls spukt im Kopf der Teammitglieder immer die Frage herum, ob es anders gekommen wäre, wenn du sie eingebunden hättest. 

Fakten und klare Kriterien

Enttäuschende Entscheidungen sind besonders dann schwer zu akzeptieren, wenn der Entscheidungsweg unklar oder sehr subjektiv wahrgenommen wird. Kannst du erklären, mit welchen Kriterien und welchen Fakten die Entscheidung entstanden ist, kommt gar nicht erst der Verdacht auf, dass du (oder eine andere Führungskraft) hier nach eigenem Gusto entschieden hat.

Konsequenzen Erklären

In der Praxis sind Enttäuschungen auch damit verbunden, dass sich die Hoffnung auf eine positive Entwicklung in Luft auflöst. Im Team ist damit aber nicht nur eine Hoffnung begraben worden. Enttäuschungen wirken nach und breiten sich auf die Stimmung aus. Schnell können in dieser schlechten Stimmung Gerüchte entstehen, die weit über die eigentliche Enttäuschung hinaus gehen. Deshalb empfiehlt es sich, mit dem Team über die kommenden Konsequenzen und Auswirkungen zu sprechen. Sag als Führungskraft lieber klar, was das Team konkret zu erwarten hat. Dieser Weg ist zwar unangenehm aber deutlich besser, als die Eigendynamik der Gerüchteküche.

Zeit für individuelle Anliegen, Sorgen und Befindlichkeiten

Im Team verkraftet jede/r eine Enttäuschung anders. Manche sind damit schon nach wenigen Stunden fertig. Bei anderen Teammitgliedern zieht sich dieser Prozess über mehrere Tage. Deshalb ist es wichtig, dass du in den Tagen nach der großen Enttäuschung für dein Team da bist. Sei vor Ort präsent (sofern möglich) und halte dir explizite Zeitfenster für spontane Einzelgespräche frei.

Wie gehst du als Führungskraft mit negativen Entscheidungen oder enttäuschenden Neuigkeiten für dein Team um?

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