Blog #121 – Fortsetzung


Und wieder ändern und wieder neu. Dann wieder zurück und anders. Das ist eine der wichtigsten Erfahrungen aus Corona. Wir sollten ehrlich sein zu uns: Es geht nach Corona weiter mit den Veränderungen, auch unerwarteten und schwer kontrollierbaren, zum Beispiel durch die digitale Transformation, die ja erst am Anfang steht. 

Normal ist nichts mehr. Das ist ein wesentliches Prinzip für die „Neue Normalität“.

Wir Menschen sehnen uns aber nach Ruhe und Stabilität, zumindest ein bisschen. Diesen Wunsch wird es auch in Zukunft geben. Wir sollten uns deshalb persönlich und auch für eine Organisation einen Raum zur Entspannung schaffen. Dann werden wir bereit für den Moment sein und können die Spannung, die die nächsten Veränderungen bestimmt auslösen werden, gut aushalten – weil wir die Veränderung selbst mit gestalten können.

Effectuation erhöht Spielraum

Selbst verändern, statt verändert zu werden: Damit dies gelingt, ist nicht nur unsere innere Haltung wichtig, schlicht zu akzeptieren, dass Normalität, wie wir diese bisher verstehen, eine Illusion bleibt. Genauso wichtig ist es, selbst handeln zu können, ob als Person oder Organisation. Und damit Handeln selbst in unwägbaren Zeiten gelingt, gibt es ein erprobtes, einfaches Konzept: die Effectuation.

Kurz erklärt und für jeden anwendbar: Wir fokussieren uns dabei auf die Effekte, die wir selbst erreichen können. Daher kommt der Begriff Effectuation. Wir richten dazu unsere Energie voll darauf aus, wo wir Möglichkeiten sehen, selbst zu handeln. Bei dieser Methode richten sich unsere Aufmerksamkeit und unsere Erwartungen nicht auf unsere äußere Umwelt, die wir nicht beeinflussen können. Wir fokussieren uns statt dessen bewusst auf die Effekte, die wir erreichen können. 

Damit dies in jeder Situation gelingt, gibt es vier wesentlichen Elemente, um Effectuation zu erreichen:

  • Das sind meine Mittel: Die vorhandenen Ressourcen, Kompetenzen, Talente im Team oder bei einem selbst werden analysiert und zusammengefasst. Daraus werden dann sofort umsetzbare Ziele festgelegt, zum Beispiel zunächst für die nächsten zehn Tage.
  • Das ist mein Einsatz: Der eigene Einsatz (und auch ertragbare potenzielle Verlust) wird geprüft und festgehalten. Auf dieser Basis kann festgelegt werden, welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden – oder welche vielleicht zu schmerzvolle Konsequenzen haben würden.
  • Das sind meine Partner: Mögliche Mitstreiter oder auch Unterstützer werden ermittelt und unmittelbar angesprochen. Im Austausch mit diesen Kontakten ergeben sich gegebenenfalls Kooperationen und Handlungsmöglichkeiten, die alleine bisher nicht möglich waren.
  • Das sind meine Hindernisse: Welche Risiken oder Hindernisse sind zu beachten auf dem Weg zum Erreichen der gewünschten Effekte? Notieren Sie diese auf. Treten diese ein, justieren Sie sofort das eigene Handeln neu – auch wenn Sie ggf. »zurück auf Los« müssen.

Folgen wir der Effectuation, dann können wir leichter damit umgehen, dass nach Corona zu unserer Normalität gehört, dass nichts mehr normal ist. Dann wird uns kaum etwas erschüttern.

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